Hallo und willkommen!
Während ich das hier schreibe, bereite ich mich gerade darauf vor, zurück nach Los Angeles zu fliegen, nachdem ich ein paar Wochen zu Hause in Deutschland verbracht habe. Jedes Mal, wenn ich zwischen diesen beiden Orten wechsle, wird mir bewusst, wie unterschiedlich die Umfelder wirklich sind.
Als ich im Januar 2023 nach Los Angeles gezogen bin, dachte ich, die USA und Deutschland seien sich ziemlich ähnlich. Von außen betrachtet wirken beide Länder so, als würden sie nach denselben Prinzipien funktionieren:
- Westlicher Lebensstil
- Starke Wirtschaftssysteme
- Moderne Städte
- Globale Marken
Aber je länger man hier Zeit verbringt, desto mehr merkt man, dass die grundlegende Denkweise dahinter, wie Menschen arbeiten, Geld ausgeben und Unternehmen aufbauen, tatsächlich sehr unterschiedlich ist.


Bequemlichkeit vs. Pragmatismus
Einer der deutlichsten Unterschiede liegt darin, wie Menschen über Zeit und Bequemlichkeit denken.
In den USA (vor allem in Los Angeles) ist Bequemlichkeit fast schon ein zentrales Produktmerkmal. Menschen sind bereit, einen Aufpreis zu zahlen, wenn etwas Zeit spart oder Reibung aus ihrem Alltag entfernt.
- Essenslieferungen rund um die Uhr verfügbar
- Premium-Fahrdienste wie Uber Black
- Services, die auf Geschwindigkeit und einfache Zugänglichkeit ausgelegt sind
Zum Beispiel kannst du am LAX einen Uber Black bestellen, der dich direkt am Straßenrand abholt und die Taxischlangen umgeht. Das kann für eine 15-minütige Fahrt vielleicht 80 Dollar kosten, aber der eigentliche Mehrwert liegt nicht im Preis … sondern in der gesparten Zeit.
In Deutschland ist die Denkweise meist stärker auf Pragmatismus und Wert ausgerichtet. Menschen stellen sich vor einem Kauf oft eine andere Frage: „Lohnt sich das wirklich?“ Die Preissensibilität ist höher, und Bequemlichkeit allein reicht selten aus, um einen Aufpreis zu rechtfertigen. Keine der beiden Denkweisen ist besser oder schlechter, aber sie führt zu sehr unterschiedlichem Konsumverhalten.
Risiko vs. Vorsicht
Ein weiterer Unterschied wird deutlich, wenn man sich anschaut, wie neue Technologien und Ideen angenommen werden.
Die USA haben eine Kultur des Ausprobierens. Menschen sind dort grundsätzlich eher bereit, Dinge zu testen, bevor sie vollständig bewiesen sind.
- KI-Produkte, die wöchentlich auf den Markt kommen
- Autonome Fahrzeuge, die auf öffentlichen Straßen getestet werden
- Neue Startup-Konzepte, die ständig entstehen
- Unternehmerischer Spirit in großen Städten
Die Denkweise sieht oft so aus: bauen, testen und die Regulierung später klären.
In Europa und Deutschland ist der Ansatz meist genau umgekehrt. Neue Ideen werden häufig zuerst kritisch geprüft. Man möchte die Vorschriften und Risiken verstehen, bevor eine breite Einführung stattfindet. Diese Vorsicht kann wertvoll sein. Sie bedeutet aber auch, dass sich Innovation manchmal langsamer entwickelt.

Der soziale Unterschied
Amerikaner sind im Alltag in ihrer Kommunikation deutlich offener. Es ist ganz normal, mit Fremden zu sprechen, Small Talk im Café zu führen oder Kontakte auszutauschen. Für viele Europäer kann sich das anfangs oberflächlich anfühlen. Aber diese Interpretation ist oft falsch. Wenn jemand sagt: „Wir sollten mal einen Kaffee trinken gehen“, ist das meist keine Einladung in den inneren Kreis, sondern einfach eine freundliche Geste. Gleichzeitig sorgt diese Offenheit dafür, dass eine Vielzahl an potenziellen Verbindungen entsteht. In den USA triffst du vielleicht auf 50 mögliche Chancen, und vielleicht führen am Ende nur fünf davon wirklich irgendwohin.
In Deutschland ist die Anzahl an spontanen Interaktionen oft geringer, dafür entwickeln sich Beziehungen langsamer und bewusster.
Wenn du selbst Erfahrungen damit hast, in den USA oder Europa (oder auch in einem anderen Land) Business zu machen, würde mich deine Perspektive interessieren. Antworte gerne auf diese E-Mail!
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Das war’s für diese Woche! Vielen Dank fürs Lesen und Abonnieren.
Bis nächste Woche.
-Benni

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